Einstieg in die Projektarbeit
Nach Ausbildung, Studium oder Quereinstieg ist oft unklar, was Projektarbeit im Alltag bedeutet. So ging es mir auch. Hier erzähle ich, wie ich angefangen habe, welche Wege es nach dem Abschluss gibt, was Sie im ersten Projekt erwartet und wie meine Kurse und Schulungen den Einstieg erleichtern.
So habe ich selbst angefangen
Am Anfang kannte ich genau zwei Berufe: Java-Programmierer und Systemadministrator. Mein Fundament sind ein Informatikstudium und eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Nebenher habe ich in Studi-Jobs Systeme administriert und eine Android-App für das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung geschrieben. Was ein Consultant ist, habe ich erst in einer BWL-Vorlesung an der Uni erfahren.
Das Berufsbild hat mich nicht mehr losgelassen. Ich habe mich gezielt als Consultant beworben und bin drangeblieben, bis es geklappt hat. In meiner ersten Stelle hat mich ein Senior-Entwickler zwei Monate lang in Java EE gefördert. Danach ging es ins erste Projekt, und von da an war ich Consultant. Ich weiß noch, wie unsicher ich am Anfang war. Seit 2018 bin ich selbstständig.
Während der Projekte habe ich mich viele Stunden weitergebildet: mit Büchern, im Netz, auf Seminaren und Messen. Dabei ist mir klar geworden, wie groß die Lücke zwischen Ausbildung, Studium und der Berufswelt ist. Mit meinen Kursen möchte ich Einsteiger so fördern, wie ich selbst am Anfang gefördert wurde.
Drei Wege nach Ausbildung oder Studium
Drei Wege sind üblich. Keiner ist besser als die anderen, sie passen zu unterschiedlichen Menschen.
| Inhouse | Beratung und Projektgeschäft | Freiberuflich | |
|---|---|---|---|
| Wo Sie arbeiten | in der IT eines Unternehmens, an dessen eigenen Systemen | bei einem Beratungshaus, eingesetzt in Projekten bei Kunden | auf eigene Rechnung, in Projekten bei Kunden |
| Was Sie lernen | ein System und eine Firma sehr gründlich | viele Systeme, Teams und Arbeitsweisen in kurzer Zeit | dasselbe wie in der Beratung, dazu Akquise und Selbstorganisation |
| Was es schwerer macht | Sie sehen weniger unterschiedliche Technik | wechselnde Projekte, oft Reisen oder Arbeit beim Kunden | ohne Erfahrung und Netzwerk schwer zu starten |
Ich bin über die Beratung in die Projektarbeit gekommen. Für mich war das der richtige Weg, weil ich in kurzer Zeit sehr unterschiedliche Teams und Systeme kennengelernt habe.
Im ersten Projekt kommt viel Neues auf einmal
Menschen, Code, Werkzeuge und Abläufe. Es hilft, das zu ordnen.
So gehe ich bis heute in jedes neue Projekt:
- eine Liste aller Ansprechpartner mit ihren Rollen anlegen
- nach Codestand, Dokumentation, Coding Guidelines und nicht-funktionalen Anforderungen fragen
- verstehen, wie die Teams arbeiten und welche Termine es gibt: Daily, Refinement, Planning, Review, Retro
- Zugänge besorgen und die zentralen Werkzeuge kennenlernen, etwa Kubernetes, SonarQube oder den Scanner für Sicherheitslücken
- Linklisten anlegen und die eigene Arbeitsumgebung einrichten
Angekommen ist man, wenn man mitgestaltet
Das merkt man, wenn man die größeren Zusammenhänge versteht und an Storys und Code mitgestaltet, statt auf Aufgaben zu warten. Und wenn man sich frei im Code bewegt und die eigenen Änderungen auf Anhieb passen, weil man die Architektur verstanden hat.
Senior wird man durch die Art zu arbeiten
Senior ist man, wenn man Wissen über Technologien und Prozesse, Soft Skills und Erfahrung so zusammenbringt, dass ein stimmiges System entsteht. Die Zahl der Jahre allein macht das nicht aus. Woran man es im Alltag erkennt, ein Senior:
- versteht das System als Ganzes und nicht nur das eigene Ticket
- spricht Schwächen an und begründet Vorschläge mit Argumenten
- hält Standards hoch, etwa eine Definition of Done, und vertritt sie auch unter Zeitdruck
- sorgt dafür, dass Wissen im Team bleibt, zum Beispiel durch Pairing
- stellt die Leistung des Teams vor die eigene
Das lernt man nicht aus einem Buch, sondern in Projekten. Und man kann es üben.
Meine Kurse bereiten auf den Projektalltag vor
Theorie allein hat mir im ersten Projekt nicht gereicht. Entscheidend war, Wissen in Lösungen zu übersetzen, die im Betrieb bestehen. Deshalb bereiten meine Kurse auf den Alltag in Projekten vor, nicht auf eine Prüfung. Sie arbeiten an einem durchgehenden System, so wie später im Team, und lernen neben der Technik auch die Zusammenarbeit im Scrum-Team.
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